Die meisten Teninger und Riegeler sind wohl die letzten Monate zwischen den beiden Orten entlang gefahren. Monatelang waren große Baumaschinen an der Elz im Einsatz. So ungefähr wusste man, was gemacht wird: die Elz wurde „renaturiert“. Aber was genau das bedeutet, das wollten doch viele wissen, als die Kreis-CDU zu einer Wanderung von Riegel nach Teningen auf dem Elzdamm einlud. Als sachkundiger Begleiter konnte der Teninger Umweltbeauftragte Holger Weis gewonnen werden. Und er war ein hervorragender Experte, der spannend und interessant die über vierzig Besucher auf dem neuen Elzdamm führte. Immer wieder machte er Station, um an Ort und Stelle die entsprechenden Änderungen im Verlauf der Elz lebendig zu erklären.

Natürlich kam Weis nicht umhin, kurz auf die geschichtliche Entwicklung der Flussbegradigung einzugehen. Er erklärte, dass schon seit Ende des 18. Jahrhunderts damit begonnen wurde. Der Karlsruher Ingenieur Johann Gottfried Tulla erstellte dann die Pläne für die Begradigung des Rheines, der Dreisam und eben auch der Elz sowie anderer Flüsse ab 1817. Der Grund dafür war die Landgewinnung, die schnelle Ableitung des Wassers und die Beseitigung des Sumpffiebers. Tulla selbst erlebt die Fertigstellung dieser Regulierungen nicht mehr. Er starb in Paris an eben dieser Malaria.

Weis machte die Wanderer auf mehrere Besonderheiten aufmerksam, die man sonst gar nicht so wahrnimmt. So die Quersohlen in der Elz. Ab 1845 wurden sie eingebaut. Jetzt aber im Rahmen der Renaturierung wegen der Durchwanderbarkeit für Fische wurden sie beseitigt. Damit sollen die Lachse wieder bis ins Obere Elztal wandern können. Überhaupt wurde bei dieser Renaturierung viel für natürliche Lebensräume für Fische und anderes Getier getan.

Bei all solchen Maßnahmen stellt sich immer die Frage, wer das alles bezahlt. Wie die Badische Zeitung schon am 15. Februar berichtete, kostet diese Reanturierung der Elz von der Mündung bis Teningen rund zwölf Millionen Euro. Der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß, der die Wanderung für Gespräche mit den Wanderern nutzte, ergänzte die Ausführungen von Holger Weis. Etwa zwei Drittel der Kosten übernimmt die Deutsche Bahn als Ausgleich für den Ausbau der Rheintalbahn. Das letzte Drittel übernimmt das Regierungspräsidium, also das Land.

Gegen Ende der Wanderung fielen bei Köndringen die drei Elzschleifen auf. Hier ist der Flusslauf schmaler ausgebildet und damit tiefer. Dadurch können mehr Fische überleben auch bei sonst wenig und warmen Wasser in der Elz. Überhaupt war diese Wanderung bei schon fast zu strahlendem Sonnenschein gar kein trockener Unterricht, und die Mitwanderer wissen nun Bescheid über die Dammgräben für das Sickerwasser, über die verschiedenen Dammbefestigungen und die „schlafenden Sicherungen“ gegen Hochwasser.

Nach guten zwei Stunden gab’s dann die verdiente Erquickung in der „Krone“ in Teningen mit einem badischen Vesper. Der Teninger CDU-Vorsitzende Gerd Winterbauer dankte dem Umweltbeauftragten Holger Weis für seine interessante Führung und dem Abgeordneten Peter Weiß für die Begleitung und fachlichen Ergänzungen.

Autor: Dieter Arnold

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